Wissenswertes über Leinen

  • Gewebe darf nur dann als Reinleinen bezeichnet werden, wenn sowohl in Kette als auch Schuss reine Flachsgarne verwendet werden.
  • Die Bezeichnung "Halbleinen" darf bei Erzeugnissen deren Leinenanteil bei mindestens 40 % liegen muss, verwendet werden.
  • Leinen verfügt durch den besonderen Aufbau der Faser über ausgezeichnete Eigenschaften.
  • Durch den Hohlraum im Inneren der Faser hat das Leinen eine klimatisierende Funktion die für ein einzigartiges Tragegefühl sorgt.
  • Durch die hohe Luftdurchlässigkeit ist Leinenbekleidung und Leinenbettwäsche besonders in der warmen Jahreszeit ein außerordentlicher Genuss.
  • Das Naturprodukt  Leinen eignet sich hervorragend  für Allergiker oder  Personen die nicht jeden Stoff auf der Haut vertragen.
  • Leinen ist Schmutz abweisend und antistatisch.
  • Leinen ist extrem saugfähig, gibt die Feuchtigkeit aber auch schnell wieder ab - das macht das Gewebe sehr hautfreundlich.
  • Die Flachsfaser ist vom Anbau bis hin zur Entsorgung eine der umweltfreundlichsten Textilfasern, da Leinenstoffe biologisch abbaubar sind.

Pflegehinweise

  • Leinen braucht sehr viel Wasser beim Waschen, die Faser muss quellen können, da sie das Vielfache des eigenen Gewichtes an Flüssigkeit aufnimmt.
  • Optimale Waschergebnisse erhalten Sie, wenn Sie nur die halbe Füllmenge in die Waschmaschine geben.
  • Wassersparende Schonwaschgänge und Sparprogramme sollten für Leinen nicht verwendet werden. Übersteigt ein großes Stück (z.B. Vorhang, Tischdecke) das halbe Füllgewicht der Maschine, vor dem Waschen einweichen und nass in die Maschine geben.
  • Der Stoff darf keinesfalls im gefalteten Zustand in die Waschmaschine gegeben werden.
  • Wird beim Schleudern „gespart“, wird das Bügeln erleichtert. Niedere Schleudertouren schonen zudem die Faser besonders.
  • Leinen soll wegen seiner Knitteranfälligkeit nicht im Wäschetrockner getrocknet werden.
  • Wäsche mit Fransen und empfindliche Wäsche zum schonenden Waschen in einen Wäschesack oder in einen Kopfkissenbezug geben.
  • Leinen immer sehr gut ausspülen.

Waschtemperatur bei färbigem Leinen
Färbiges Leinen bei max. 40°C waschen.
Mit Pflanzenfarben gefärbtes Leinen bei max. 40°C waschen.
Flecken möglichst sofort behandeln.

Waschtemperatur bei naturfärbigem Leinen:
Normalwäsche bis 60°C
Kein Fleckensalz – das Leinen bleicht sonst aus.
Naturfärbiges Leinen kann, wenn nötig, auch bei 95° C gewaschen werden.
Je nach Waschmittel und Waschtemperatur wird Naturleinen mit der Zeit immer heller.

Waschmittel: Verwenden Sie möglichst Waschmittel ohne optische Aufheller oder Bleichzusätze. Am besten geeignet sind flüssige Feinwaschmittel oder Neutralseifen.

Bügeln:
Dunkles Leinen, Leinen mit Stickereien oder anderen besonderen Verarbeitungen auf der linken Seite bügeln um Druck- und Glanzstellen zu vermeiden.
Kalkablagerungen an der Sohle des Bügeleisens können Flecken auf dem Stoff hinterlassen!
Grundsätzlich gilt: Reines Leinen feucht und mit großer Hitze bügeln.

Waschtipps für Leinen – Stores und Drehergewebe:
Bei Normalwäsche (30° oder  40°C) geht das Gewebe noch ca. 4 % ein und die Optik verändert sich leicht.
Bei chemischer Reinigung bleibt der Store unverändert.
Unser Tipp: Wollwaschgang bei 30°C, der Resteinsprung beträgt ungefähr 0-2 % und die Optik bleibt unverändert.
Leinen ist antistatisch und zieht Staub und Schmutz nicht an. Sie werden den Store nur selten waschen müssen. Auch Ausschütteln und sanftes Absaugen mit dem Staubsauger sind bewährte Möglichkeiten. Aufgrund des lockeren Gewebes ist das Bügeln problemlos.

Was passieren kann, wenn Leinen nicht richtig behandelt wird:
Wird Leinen mit zu wenig Wasser gewaschen wird, „reibt es sich auf“. Starkes Flusen- oder Knötchenbildung auf der Oberfläche des Leinens sind die Folge. Das ist eine mechanische Beschädigung, die nicht mehr gutgemacht werden kann.

Hohe Schleudertouren können die Bildung von Flusen oder Knötchen begünstigen.